8.000 Pfarrgemeinderäte in St. Pölten - „ein Geschenk des Zweiten Vatikanums“
Nachrichten 18/10/2010 09:40:17
Im Mittelpunkt der Beratungen des Pastoralrates stand diesmal das Thema Ehrenamt. Im kommenden Jahr wird das internationale Jahr des Ehrenamtes begangen und im folgenden Jahr 2012 finden die nächsten Pfarrgemeinderatswahlen statt. Etwa 8.000 Frauen und Männer sind in der Diözese in den 424 Pfarren ehrenamtlich als Pfarrgemeinderäte tätig.
In Impulsreferaten beleuchteten Pfarrer Mag. Hans Lagler, Bischof DDr. Klaus Küng, die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Anna Rosenberger und der Leiter des Bereiches "Pfarre" der Pastoralen Dienste, MMag. Christian Ebner, Aspekte des Ehrenamtes. So unterstrich Pfarrer Hans Lagler die Notwendigkeit einer spirituellen Grundlage für die ehrenamtliche Arbeit, wie auch die notwendige Begleitung durch Hauptamtliche.
Bischof Klaus Küng sieht in der Erneuerung der Verkündigung eine große und dringliche Aufgabe. Viele Menschen, obwohl getauft, würden kaum mehr über ihren Glauben Bescheid wissen. Es bedürfe einer Grundkatechese im Glaubenswissen, was sich auch auf die Lebensgestaltung auswirken müsse.
Kurze Impulse für die anschließenden Gruppenarbeiten gab Mag. Christian Ebner. Bei den Vorstandstreffen in den Dekanaten erlebe er „Pfarrgemeinderäte, die hochmotiviert sind; denen Kirche, Pfarre, Glaube und vor allem die Weitergabe des Glaubens sehr wichtig sind“. Diese Pfarrgemeinderäte seien „ein Geschenk des Zweiten Vatikanums“ und auch Papst Benedikt habe die Pfarrgemeinderäte in Mariazell aufgerufen, die Apostelgeschichte durch ihr Leben weiter zu schreiben.
Die derzeitige Situation zeige, so Ebner, dass nur mehr ein Drittel der Pfarren einen eigenen Priester vor Ort haben. Für die anderen Pfarrer sei ein Priester für zwei, drei oder mehr Pfarren zuständig. Zudem liege auch der Altersdurchschnitt der Priester über 60 Jahre.
Pfarrgemeinderäte bekommen eine immer stärkere Aufgabe, und sie wollen auch entscheidend mitgestalten und werden immer mehr Bedeutung für das Leben der Pfarre bekommen, sagte er. Er warnte aber davor, die Pfarrgemeinderäte mit zu vielen Fachausschüssen zu überfordern, sondern zu achten, was für die je einzelne Pfarre wirklich sinnvoll, notwendig und auch realistisch sei.
Bischof Klaus Küng rief abschließend die Pastoralräte auf, Visionen zu entwickeln, eine positive Entwicklung anzustreben und nicht nur Funktionen aufrecht zu erhalten. Als große Probleme der Zukunft nannte der Bischof die Frage um die Jugend, vor allem der älteren Jugend und die Zukunft der Familien. „Wir müssen über unseren eigenen Tellerrand hinausschauen“ und Visionen anstreben, die zu einer Vertiefung führen, regte er an.


