Bischof empfiehlt im NDR-Radiogottesdienst die Beichte
Nachrichten 19/12/2010 16:17:19
Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
als ich vor etwa 40 Jahren als junger Novize in ein Kloster in der Eifel eintrat, fern von meinem Heimatland, getrennt von meiner Familie und von der gewohnten Umgebung, dachte ich bei mir, wie wird hier wohl Weihnachten gefeiert? Meine unwillkürlichen Befürchtungen waren aber ganz umsonst. Gerade die andere Art, die Adventszeit zu begehen und Weihnachten zu feiern, ohne aufwendige Weihnachtsdekorationen, Weihnachtsrummel und Geschäftigkeit, ohne allgegenwärtige Weihnachtsmusik, selbst ohne meine Familie, wurde mir ein schönes Erlebnis. Ohne herkömmliche Weihnachtstraditionen gelangte ich direkt zum Kern von Weihnachten, zum eigentlichen Grund, warum wir das Fest feiern. Und so wurde mir Advent und Weihnachten ein innerliches und freudiges Ereignis, ganz wie früher in meiner Jugend. […]
So bedeutet die Vorbereitung auf Weihnachten, von Gott ein reines Herz zu erbitten, vielleicht wieder einmal zur Beichte zu gehen. Weihnachten bedeutet Ankunft Gottes in uns, in mir, und dass wir und ich ihn mit gläubigen Herzen empfangen. Würden wir dies unterlassen, wäre schon unbemerkt der erste Schritt getan zu denken, dass wir selbst Weihnachten mit materiellen ‚Mitteln‘ machen, oft sogar mit Stress — und dass so das göttliche Kind eine bloße Nebenfigur wird. Das Fest wird seines Sinnes geradezu beraubt, denn es sind nicht wir selbst, die Weihnachten „machen“, sondern Gott, der die Initiative ergreift. Sein Sohn kommt zu uns als Retter und Heiland, und er bereitet uns das Fest.

