Schüler rechnen und lesen so schlecht wie nie zuvor.

08.09.2026 Erschreckende Pisa-Ergebnisse

Schülerinnen und Schüler sind heute nicht mehr so weit, wie es Gleichaltrige vor wenigen Jahren noch waren. (Foto: picture alliance/dpa)

Deutsche Schülerinnen und Schüler werden seit dem Jahr 2000 getestet und international verglichen. Beim Lesen, in Mathematik und den Naturwissenschaften erzielen sie nun "die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen".
Die Leistungen deutscher Schüler sind im internationalen Pisa-Vergleichstest weiterhin nur mittelmäßig und zugleich auf das tiefste bislang gemessene Niveau gesunken. Wie die Industriestaatengruppe OECD zu der aktuellen Studie mitteilt, waren die Durchschnittsergebnisse 2025 in Mathematik und Lesekompetenz noch niedriger als 2022. In Naturwissenschaften stabilisierten sie sich.

"Bei Betrachtung eines längeren Zeitraums sind die Ergebnisse von 2025 in allen drei Erhebungsbereichen die niedrigsten, die jemals im Rahmen von Pisa in Deutschland gemessen wurden", heißt es weiter. Die größte Volkswirtschaft Europas nimmt seit 2000 an dem Test teil.

Die aktuellen Ergebnisse verstärken laut der OECD einen negativen Trend, der sich über das gesamte vorangegangene Jahrzehnt erstreckt. Die Leistungen der Schüler lagen hierzulande 2025 in den Bereichen Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften dennoch nahe am OECD-Durchschnitt.

Im Vergleich zu 2015 erhöhte sich der Anteil der leistungsschwachen Schüler in Mathematik um 17 Prozentpunkte, in Lesekompetenz um 15 Prozentpunkte und in Naturwissenschaften um zehn Prozentpunkte. Zwischen 2015 und 2025 vergrößerte sich hierzulande zugleich der Leistungsabstand in Naturwissenschaften zwischen dem obersten und dem untersten Viertel der Schüler bezogen auf den sozioökonomischen Status, während er sich im OECD-Durchschnitt verringerte.

Schulen beklagen Lehrermangel

2025 besuchten 52 Prozent der 15-Jährigen Schulen, in denen der Unterricht nach Angaben der Schulleitung durch einen wahrgenommenen Lehrkräftemangel zumindest teilweise beeinträchtigt wurde. Im OECD-Durchschnitt waren es nur 39 Prozent.
In Deutschland stimmten 77 Prozent der Schüler der Aussage eher oder völlig zu, dass sie neugierig auf viele verschiedene Dinge sind, gegenüber 73 Prozent im OECD-Durchschnitt. Außerdem gaben 64 Prozent der Schüler an, dass sie sich besonders anstrengen, wenn die Arbeit herausfordernd wird (OECD-Durchschnitt: 60 Prozent). Gleichzeitig stimmten 33 Prozent der 15-Jährigen der Aussage eher oder völlig zu, dass die Schule eine Zeitverschwendung war. Im OECD-Durchschnitt waren es nur 24 Prozent.

Ebenfalls 33 Prozent der Kinder gaben an, dass ihre Mitschüler in den meisten oder allen Unterrichtsstunden in Naturwissenschaften durch die Verwendung digitaler Geräte häufig abgelenkt wurden (OECD-Durchschnitt: 28 Prozent). Hierzulande nahmen 6659 Schüler in 246 Schulen an Pisa (Programme for International Student Assessment) teil. Insgesamt absolvierten mehr als 760.000 Kinder aus 91 Ländern und Volkswirtschaften die Testrunde.

Quelle: ntv.de, mpa/rts

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